Christian Schittich Publizist Autor Architekt

Tianluokeng Tulou Cluster. Foto Christian Schittich

Innenhof in einem runden Tulou in Tianluokeng. Foto Christian Schittich

Foto Christian Schittich

Tianluokeng Tulou Cluster. Foto Christian Schittich
Bildergalerien
Tulou in Fujian/China: Gemeinschaftliches Wohnen
in wehrhaften Großstrukturen aus Stampflehm und Holz
Beim Tulou handelt es sich um einen traditionellen Gebäudetyp, der überwiegend im Südosten der Provinz Fujian in China verbreitet ist und meist von Angehörigen der Hakka errichtet wurde. Der Begriff Tulou bedeutet so viel wie „Haus aus Lehm“ und bezeichnet eine wehrhafte Anlage für das gemeinschaftliche Wohnen eines kompletten Clans oder einer erweiterten Großfamilie. Die oft riesigen Gebäude sind entweder rechteckig oder rund und bestehen aus einer umlaufenden Befestigungsmauer aus Stampflehm sowie einem mehrgeschossigen Gebäude aus Holz, dass an die Mauer angelehnt und zu einem Innenhof orientiert ist. Die Holzstruktur gibt dabei – entsprechend ihrem Konstruktionsraster – gleichgroße und damit einigermaßen gerecht aufgeteilte Wohneinheiten für die jeweiligen Kleinfamilien vor. Die einzelnen Familieneinheiten werden über den Innenhof sowie umlaufende Laubengänge erschlossen. Sie sind vertikal organisiert, wobei sich die Küche im Erdgeschoss befindet und die Essenszubereitung direkt im Hof erfolgt. Über der Küche liegt ein Lagerraum für Getreide sowie weitere Vorräte, in den oberen Geschossen sind die Schlafräume angeordnet. Heute existieren noch etwa 5000 traditionelle Tulou in der Region.

Die bunten Häuser stehen auf Stelzen im See. Foto Christian Schittich

Das Dorf Kampong Phluk grenzt an dichte Mangrovenwälder. Foto Christian Schittich

Bauer mit Kühen am Strand. Foto Christian Schittich

Die bunten Häuser stehen auf Stelzen im See. Foto Christian Schittich
Leben am Wasser in Kambodscha, Vietnam und Myanmar
In vielen Regionen Südostasiens ist das Leben der Menschen vom Wasser geprägt. Auch an dessen größtem See, dem Tonle Sap, der jedes Jahr während der Regenzeit auf das Fünffache seiner ursprünglichen Fläche anschwillt. Viele Dörfer, deren Häuser auf bis zu sieben Meter hohen Stützen stehen, liegen dann komplett im Wasser und sind nur mit dem Boot erreichbar. Große Teile der Anbaufläche sind überschwemmt.
Auch im Mekong-Delta im Süden Vietnams wird das Leben bis heute vom Fluß bestimmt, zahlreiche Menschen leben in Hausbooten, Märkte finden traditionell auf dem Wasser Stadt.
Am Inle-See in Myanmar sind einige Dörfer direkt im See errichtet. Neben dem Fischfang leben die Menschen dort vor allem vom Anbau von Obst und Gemüse, wobei vor allem die Tomaten in schwimmenden Beeten direkt im Wasser angebaut werden. An den Küsten Myanmars nutzen die Fischer den Strand zum Sortieren ihres Fangs und zum direkten Verkauf.

Teilmarkt für Wolle. Foto Christian Schittich

Gewürzhändler. Foto Christian Schittich

Ausschank für Tee. Foto Christian Schittich

Teilmarkt für Wolle. Foto Christian Schittich
Menschen am Markt – China in den 1980er Jahren
Traditionell sind Märkte weit mehr als nur ein Umschlagplatz von Waren. Sie sind sozialer Treffpunkt und Ausdruck ihrer jeweiligen Kultur. Noch bis in die 1980er und 90er Jahre konnten Reisende in China in den damals gerade erst für ausländische Besucher geöffneten Minderheitengebieten auf Marktplätze stoßen, auf welchen Jahrhunderte alte Bräuche weiterlebten. Das gilt für den großen Sonntagsbazar in Kashgar ebenso wie für Bauernmärkte in Yunnan und Xishuangbanna oder die Handelsplätze im tibetischen Lhasa.




Menschen am Markt – Kashgar 2017
30 Jahre nach meinem ersten Besuch kam ich im Oktober 2017 wieder nach Kashgar im äußersten Westen von Xinjiang (China). Die Stadt selbst, die 2012 zu zwei Dritteln abgerissen und wieder aufgebaut worden war hatte ihren ursprünglichen Charme verloren,
Am außerhalb gelegenen Sonntagsbazar aber – einst einer der faszinierendsten Märkte Asiens – lebten einige der alten Traditionen weiter, auch wenn der Markt sich im Laufe der Jahre stark verändert hatte.

Farbenfroh gekleidete Pilgerinnen bei der Rast.

Pilger unterwegs in der Stadt.

Begutachtung eines Pferdes auf dem Markt.

Farbenfroh gekleidete Pilgerinnen bei der Rast.
Pushkar, Rajasthan
Der kleine Ort Pushkar in Rajasthan ist wegen seines heiligen Sees eine der wichtigsten Pilgerstätten im Hinduismus. Zum jährlich anlässlich des Vollmondes zwischen Ende Oktober und Ende November veranstalteten Pilgerfests Pushkar Mela kommen unzählige Gläubige in die Stadt, um sich durch ein Bad im See von ihren Sünden zu reinigen. Parallel dazu findet in der Umgebung der weltgrösste Kamelmarkt statt, auf welchem innerhalb weniger Tage hunderte Kamele, Pferde und Rinder ihren Besitzer wechseln. Die von weither angereisten Händler übernachten meist in einfachen Zelten direkt zwischen ihren Tieren.

Fährmänner warten am Sadarghat in ihren hölzernen Booten auf Kunden. Foto Christian Schittich

Fährmänner warten am Sadarghat in ihren hölzernen Booten auf Kunden. Foto Christian Schittich

Recycling alter Metallfässer am Chawk Bazar in Dhaka. Foto Christian Schittich

Fährmänner warten am Sadarghat in ihren hölzernen Booten auf Kunden. Foto Christian Schittich
Sadarghat und Chawk Bazar in Dhaka, Bangladesch
Das Sadarghat am Buriganga River ist ein lebendiger Umschlagplatz von Waren aus dem nur einige hundert Meter entfernten Chawk Bazar in Dhaka, Bangladesch. Nicht nur die bunten Waren werden auf hölzernen Lastkähnen und Schiffen transportiert, auch viele Besucher des Marks kommen mit der Fähre, da es nur wenige Brücken über den Fluss gibt. Am Ufer warten die Fährleute in ihren schmalen Booten auf Kunden.